Kundenprojekt

AUMA Tigron: 1 Video, 30 Sprachen

30 Sprachen aus einer einzigen Aufnahme. AUMA erklärt die Bedienung des elektrischen Stellantriebs Tigron weltweit, mit Realfilm für die Hände am Gerät und illustrativem Display-Nachbau für die Menüführung.

Kunde
AUMA
Branche
Maschinenbau
Servicetechniker hält ein Smartphone und sieht eine interaktive Tigron-Bedienanleitung in einer Werkshalle
  • 30 Sprachen mit KI-Stimme
  • 90 % Zeitersparnis bei der Mehrsprachen-Produktion
  • Realdreh, beliebig viele Sprachversionen

Die interaktive Videoanleitung

Interaktive Videoanleitung zur Menübedienung des Tigron, Sprache und Kapitel sind im Player auswählbar.
Durch die innovative Kombination aus Realfilm und nachgebauten Bildschirmaufnahmen können wir erstmals wirtschaftlich alle 30 Zielsprachen abdecken. Das war vorher undenkbar!

Klaus Barth

Technical Communication Team Leader, AUMA

Über AUMA

Stellantriebe für die globale Industrie

AUMA entwickelt und baut seit mehr als 60 Jahren elektrische Stellantriebe und Armaturengetriebe und zählt heute zu den international führenden Herstellern der Branche. Energiewirtschaft, Wasserwirtschaft, Petrochemie und industrielle Anwender setzen weltweit auf die Produkte.

Seit der Gründung 1964 ist AUMA zu einem mittelständischen, weltweit agierenden Unternehmen mit über 2.800 Mitarbeitenden gewachsen. Hauptsitz in Müllheim im Markgräflerland. Über 30 Standorte, 50 Vertretungen und Produktionsstätten in Deutschland, USA, Indien, China und Saudi-Arabien.

Hauptsitz von AUMA in Müllheim mit charakteristischer Aluminium-Fassade
AUMA-Hauptsitz, Müllheim im Markgräflerland.

Die Herausforderung

Eine Anleitung, die alle Märkte erreicht

Der Combi-Switch ist das Bedienelement für den elektrischen Stellantrieb Tigron. Damit werden Industriearmaturen (Schieber, Ventile, Klappen) vor Ort gesteuert, überwacht und parametriert. Robust, auch mit dicken Handschuhen.

Der Tigron bietet sehr viele Funktionen, was ihn leistungsstark, aber auch erklärungsbedürftig macht. Über Display und Tasten navigieren Anwender durch umfangreiche Menüs. Genau hier stieß die bisherige Text-und-Screenshot-Anleitung an ihre Grenzen.

AUMA Tigron Stellantrieb mit Display und gelbem Kombischalter, Produktansicht
Tigron mit Combi-Switch, der gelbe Drehring ist auch mit Handschuhen sicher bedienbar.

Warum Text und Bilder nicht mehr ausreichten

Wer eine Abfolge von Bedienschritten nachvollziehen muss (etwa „Drücke Taste A, warte auf Anzeige X, dann Taste B zweimal kurz drücken”) verliert bei statischen Bildern schnell den Überblick. Immer häufiger wird von Kunden nach Videoanleitungen gefragt, in denen sich die Bedienung in Echtzeit sehen lässt.

Die Sprachenherausforderung

AUMA verkauft weltweit, entsprechend muss die Anleitung in über 30 Sprachen verfügbar sein. Konkret:

  • Das Voiceover muss in 30 Sprachen eingesprochen werden.
  • Die Texte im Video selbst (Hinweise, technische Daten) müssen übersetzt werden.
  • Das Tigron-Display zeigt eigene Texte an, und die gibt es ebenfalls in über 30 Sprachen.

Das Problem bei klassischer Videoproduktion

Normalerweise filmt man das Display bei der Bedienung ab. Doch wenn das Display selbst in 30 Sprachen aufgezeichnet werden müsste, hieße das: das Gerät 30-mal auf eine andere Sprache umstellen und die gesamte Bediensequenz 30-mal neu abfilmen. Jede dieser Aufnahmen müsste perfekt synchron sein, ein falsch gedrückter Knopf bedeutet Neudreh. Hoher Zeitaufwand, hohes Fehlerpotenzial, besonders bei jedem Display-Menü-Update.

Die Lösung: die interaktive Videoanleitung

Die entscheidende Idee: Statt das echte Tigron-Display 30-mal abzufilmen, wurde es einmal als Illustration nachgebaut, grafisch vereinfacht und auf das Wesentliche reduziert. Diese illustrative Version sieht bewusst nicht aus wie das Original, sondern klarer und aufgeräumter. Alle störenden Details wurden entfernt, die Texte sind nicht fest „eingebrannt”, sondern liegen als austauschbare Textebenen vor.

Wie es technisch gelöst wurde

  1. Einmalige Aufnahme. AUMA filmt die Bedienung des Kombischalters ab, die Hände, die Schalter drehen, die Bewegungen. Diese Aufnahme entsteht ein einziges Mal.
  2. Display-Austausch. Im Schnittprogramm wird das echte Display im Video durch die grafische Illustration ersetzt. Das ist nicht fotorealistisch, dafür deutlich leichter erkennbar und verständlicher.
  3. Texte werden zur Laufzeit eingefügt. Die Videoanleitung legt die Displaytexte erst dann über das Bild, wenn ein Zuschauer das Video abspielt, automatisch in der gewählten Sprache.

Aus einer einzigen Videoaufnahme entstehen so 30 Versionen. Bei der Pflege der Texte im Display muss die Aufnahme nicht wiederholt werden.

Was Enhanced Production konkret leistet

„Enhanced Production” bedeutet: Ein Basisvideo wird nachträglich mit interaktiven und mehrsprachigen Elementen angereichert. Ergänzt wurden:

  • Voiceover in 30 Sprachen, natürlich klingende KI-Stimmen erklären die Bedienung, abgemischt mit der Hintergrundmusik.
  • Texteinblendungen, zusätzliche Hinweise und Erklärungen erscheinen im Video.
  • Kapitelnavigation, Zuschauer springen direkt zu dem Bedienschritt, der sie interessiert.
  • Interaktive Elemente, klickbare Bereiche für weiterführende Informationen, etwa das Handbuch als PDF.

Alle diese Elemente passen sich automatisch an die gewählte Sprache an.

Aufgabenteilung

AUMA übernahm Konzeption, Dreh und Schnitt der Realfilm-Sequenzen. yntro realisierte den illustrativen Display-Nachbau, die Integration aller 30 Sprachen sowie KI-Vertonung und interaktive Features. Die drei Säulen:

  • Visuell

    Display-Illustration statt Originalaufnahme

    Das Hardware-Display wurde als grafisch vereinfachte Illustration nachgebaut, reduziert auf das Wesentliche. Texte sind nicht enthalten und werden erst zur Laufzeit über die Illustration gelegt.

  • Audio

    KI-Stimmen für 30 Sprachen

    Text-to-Speech erzeugt Vertonungen in allen 30 Sprachen. Die Stimmen klingen natürlich und sind professionell mit der Hintergrundmusik abgemischt, ein einheitliches Hörerlebnis über alle Sprachversionen hinweg.

  • Produktion

    Realfilm plus Illustration

    Realfilm zeigt die haptische Bedienung (Hände, Tasten, Gerät). Die illustrative Display-Darstellung visualisiert die Menünavigation klar. Beide Aspekte, das Anfassen und das Verstehen, werden zusammen vermittelt.

Dieses Projekt ist ein Türöffner: Jetzt sehen auch andere Abteilungen, dass Videoanleitungen und Erklärvideos wirtschaftlich umsetzbar sind — selbst bei komplexen Produkten und vielen Sprachen.

Klaus Barth · Technical Communication Team Leader, AUMA

Blick in die Zukunft

Videos da, wo Anwender sie brauchen

Für AUMA war dieses Projekt mehr als eine Videoproduktion. Es war der Beweis, dass komplexe technische Inhalte durch Videos deutlich verständlicher werden, ohne dass Mehrsprachigkeit zum Kostenfaktor wird.

Die Videos werden direkt in die HTML-Anleitungen des Tigron integriert, an den Stellen mit den häufigsten Rückfragen. Weitere erklärungsbedürftige Produkte sind bereits in Planung.

AUMA-Servicetechniker mit Schutzhandschuh hält eine Tigron-Anleitung in einer modernen Produktionshalle
Integration der Videoanleitungen in die HTML-Dokumentation des Tigron.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Videos ergänzen Textanleitungen dort, wo Bewegungsabläufe und Bedienschritte im Mittelpunkt stehen.
  • Illustrative Darstellungen können verständlicher sein als Originalaufnahmen.
  • 30 Sprachen sind mit dem richtigen Ansatz wirtschaftlich umsetzbar.